Sabbatical: Wenn nicht jetzt, wann dann?
Warum jetzt scheinbar der schlechteste Zeitpunkt für eine Auszeit ist und vielleicht deshalb gerade der richtige
Eigentlich weißt du, dass du rausmüsstest. Aber gerade ist einfach nicht der richtige Zeitpunkt. Warum dieser Moment des Zögerns oft genau der Wendepunkt ist, an dem eine Auszeit die wichtigste Entscheidung deines Lebens wird.
Das Warten auf den perfekten Moment
Es gibt einen Satz, den ich in Gesprächen mit Frauen immer wieder höre. Sie wissen eigentlich, dass sie rausmüssten. Gleichzeitig spüren sie, dass gerade einfach nicht der richtige Zeitpunkt ist.
Und ehrlich gesagt verstehe ich das sehr gut. Da ist der Job, der gerade alles fordert. Das Team läuft ohnehin schon am Limit. Die Angst, beruflich den Anschluss zu verlieren, ist greifbar. Die Unsicherheit darüber, was überhaupt als Nächstes kommen soll, lähmt. Die Sorge, ob man es sich leisten darf, auszusteigen, langsamer zu werden oder sich selbst einmal wirklich wichtig zu nehmen, wiegt schwer.
Dazu kommt die permanente Grundspannung unserer Zeit. KI verändert Arbeitswelten. Märkte wandeln sich. Unternehmen strukturieren um. Menschen arbeiten immer länger im Dauerlauf und halten den Betrieb aufrecht.
In solchen Momenten wirkt der Gedanke an eine Auszeit fast verantwortungslos. Zumindest auf den ersten Blick. Jeder Zeitpunkt fühlt sich von innen wie der schlechteste an. Das war während der großen Finanzkrise 2008 so, das war während Corona so, und das ist heute mit KI-Umbruch und wirtschaftlicher Unsicherheit nicht anders. Das Gefühl “jetzt gerade nicht” ist kein verlässlicher Kompass. Es ist ein Reflex.


Warum wir so lange warten
Viele Frauen tragen die Gedanken an eine Auszeit oft schon monatelang oder sogar jahrelang mit sich herum. An schlechten Tagen denken sie, dass sie so nicht weitermachen können. Sobald es kurz wieder besser läuft, glauben sie, dass sie vielleicht übertreiben und andere das schließlich auch schaffen.
Dann beginnt dieses innere Pendeln zwischen der Sehnsucht nach Veränderung und dem Versuch, irgendwie weiter durchzuhalten.
Dieses Pendeln hat einen konkreten Preis. Mental, körperlich, emotional und oft auch kreativ. Es sind die Sonntagnachmittage, die sich schon nach dem Mittag verdunkeln, weil der Montag naht. Das Hobby, das irgendwann aufgehört hat zu existieren. Die Freundschaften, die immer kürzer und oberflächlicher werden. Irgendwann verschwindet vieles von dem, was uns früher lebendig gemacht hat: Neugier, Leichtigkeit, Ideen, Spontanität und das Gefühl, überhaupt noch mit uns selbst verbunden zu sein. Viele halten nach außen hin die Fassade aufrecht und erledigen ihre Aufgaben. Innerlich fühlt sich das eigene Leben jedoch längst eng an.
Im Unentschiedensein gefangen zu sein ist eine eigene Form von Erschöpfung. Es zermürbt, ohne dass man benennen könnte, woran.

Unser Gehirn liebt Sicherheit, selbst wenn sie uns unglücklich macht
Durch die Geschwindigkeit von KI-Entwicklungen, Entlassungsmeldungen und Krisen und einem Nachrichtenzyklus, der nie pausiert, wird eine Angst gerade lauter denn je. Sie hat sogar einen eigenen Namen: FOBO – Fear of Becoming Obsolete. Die Angst, den Anschluss zu verlieren. Irrelevant zu werden. Zurückzufallen. Sie fühlt sich an wie Vernunft. Wie Verantwortungsbewusstsein.
Was dabei oft übersehen wird: Unser Gehirn bewertet Sicherheit höher als Lebendigkeit. Es möchte Risiken vermeiden, sehnt sich nach Stabilität, Vorhersagbarkeit und Kontrolle, selbst dann, wenn wir längst erschöpft sind. Es nimmt es liebend gerne in Kauf, dass wir unglücklich, ausgebrannt und von allem entfremdet sind, was uns lebendig fühlen lässt – solange wir nur noch atmen. Deshalb fühlt sich das Festhalten so vernünftig an. Und deshalb wirkt eine Auszeit oder ein Sabbatical für viele zunächst wie eine Bedrohung. Besonders für Frauen, die Verantwortung tragen, für andere mitdenken, organisieren, absichern und leisten.
In Wirklichkeit stecken wir im Überlebensmodus fest, so sehr damit beschäftigt, auf unsere Füße zu starren, um nicht zu stolpern, nicht zurückzufallen, dass wir vergessen, den Blick zu heben und uns zu fragen: Will ich überhaupt in diese Richtung laufen?
Doch hier liegt ein wichtiger Punkt: Eine gut vorbereitete Auszeit ist kein impulsives Weglaufen. Sie kann eine der bewusstesten Entscheidungen überhaupt sein.
Warum Reisen oft mehr auslösen als ein weiterer Versuch der besseren Organisation
Was ich in meiner Arbeit immer wieder beobachte: Viele Antworten entstehen nicht am Schreibtisch. Sie entstehen, wenn Routinen wegfallen. Wenn wir Abstand gewinnen. Wenn unser Nervensystem endlich aus dem permanenten Alarmmodus herauskommt.
Reisen, Natur und bewusste Auszeiten verändern etwas in uns, weil plötzlich wieder Raum entsteht. Raum zum Denken, Raum zum Spüren und Raum für Fragen, die im Alltag ständig überdeckt werden. Wer einmal mehrere Wochen aus dem gewohnten System herausgetreten ist, merkt oft sehr schnell, wie viel vom bisherigen Leben eigentlich nur noch auf Gewohnheit beruhte.
Deshalb begleite ich als Travel & Sabbatical Coach Frauen bei der Reiseplanung auf eine besondere Art. Es geht darum, eine Auszeit so zu gestalten, dass daraus tatsächlich Bewegung entstehen kann. Viele Menschen fahren weg, nehmen aber denselben Stress, dieselben Gedanken und dieselben Muster mit.
Eine echte Auszeit braucht mehr als ein Flugticket.

Der größte Denkfehler rund um Sabbaticals und Auszeiten
Viele glauben, dass sie sich Zeit für sich nehmen, wenn irgendwann alles ruhiger wird. Doch dieser ruhige Zeitpunkt kommt oft nie. Nach dem Projekt wartet das nächste. Nach der Beförderung kommt mehr Verantwortung. Nach der Krise folgt die nächste Unsicherheit. Die Ziellinie verschiebt sich ständig.
Irgendwann merken viele Frauen, dass sie jahrelang ihre Pflicht erfüllt haben, ohne sich ernsthaft zu fragen, ob das Leben, das sie führen, überhaupt noch zu ihnen passt.
Die wichtigere Frage lautet: Was brauche ich, damit dieser Zeitpunkt gut genug wird? Vielleicht bedeutet das, noch einige Monate bewusst Geld zurückzulegen. Ein ehrliches Gespräch mit dem Partner zu führen. Einen konkreten Plan zu entwickeln. Sich Unterstützung zu holen.

Eine gute Auszeit entsteht aus Vorbereitung, aus dem Wissen um die eigenen Bedürfnisse und aus einer bewussten Entscheidung, das eigene Leben wieder aktiv mitzugestalten.
Warum eine Auszeit kein Karriereknick sein muss
In vielen meiner Gespräche zeigt sich die Angst, den Anschluss zu verlieren. Häufig passiert das Gegenteil. Mit Abstand erkennen sie plötzlich, welche Arbeit sie wirklich erfüllt, welche Rolle längst zu eng geworden ist, welche Fähigkeiten sie eigentlich mitbringen, wie viel sie jahrelang heruntergespielt haben und welche Art von Leben sie tatsächlich führen möchten. Manche kehren gestärkt in ihren bisherigen Beruf zurück. Andere verändern ihren Job. Manche gründen. Andere ziehen Grenzen, die sie vorher nie gesetzt hätten.
Fast alle nehmen etwas Entscheidendes mit: Eine gut gestaltete Auszeit setzt dich nicht zurück. Sie ist oft der einzige Weg, wirklich voranzukommen. Nicht durch hektisches Mithalten mit jedem neuen Tool und jeder Umstrukturierung, sondern durch das Innehalten und die ehrliche Frage: Wie soll mein Leben eigentlich aussehen? Sie treffen wieder bewusste Entscheidungen, anstatt nur zu reagieren.
Fazit: Dein Aufbruch beginnt jetzt
Veränderung beginnt dort, wo wir aufhören, ständig auf den perfekten Zeitpunkt zu warten. Eine Auszeit, egal ob Sabbatical, Soloreise oder Natur-Retreat, ist keine Pause vom Leben, sondern die bewusste Entscheidung, ihm wieder eine eigene Richtung zu geben.
Du planst eine Auszeit, ein Sabbatical oder stehst vor einem beruflichen oder persönlichen Umbruch? Als Life & Travel Coach und Sabbatical Mentorin begleite ich dich dabei, dein Sabbatical bewusst zu gestalten, damit aus deiner Auszeit ein echter Wendepunkt wird.
Meine Angebote für dich:
- Sabbatical Coaching – Begleitung von der Planung bis zur Rückkehr
- Travel Coaching – Reisen mit Absicht und innerer Klarheit
- Soloreisen für Frauen – Coaching-Begleitung für deine erste Solo-Reise
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Lass uns sprechen und gemeinsam herausfinden, wie deine persönliche Whycation aussehen kann.
Wenn du mehr darüber erfahren willst, wie aus Reisen mehr wird als Urlaub, lies gern auch meine Artikel Travel Coaching – Wie aus Reisen mehr wird als Urlaub und Whycation statt Vacation – So wird deine Auszeit zum Wendepunkt

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